Tennisregeln

Regel 1: Spielfeld

Das Spielfeld ist ein Rechteck von 23,77 m Länge und 8,23 m Breite.
Es wird in der Mitte von einem Netz, das an einem Seil oder Metallkabel von
höchstens 0,8cm Durchmesser aufgehängt ist, in zwei gleiche Teile geteilt.
Die Enden dieses Seiles oder Kabels sind an zwei Pfosten, den sog.
"Netzpfosten", befestigt oder darüber hinweggeführt. Breite oder
Durchmesser der Netzpfosten dürfen höchstens 15 cm betragen. Sie dürfen
nicht mehr als 2,5 cm höher sein als die Oberkante des Netzkabels. Die
Netzpfosten müssen auf beiden Seiten 91,4 cm außerhalb des Spielfeldes
stehen (gemessen von der Pfostenmitte bis zur Außenkante der Seitenlinie).

Sie müssen so hoch sein, daß sie die Oberkante des Seils oder Kabels auf
eine Höhe von 107 cm über der Platzoberfläche anheben.

Wird ein Einzel auf einem für Doppel (siehe Regel 34) und Einzel zu
nutzenden Platz mit einem Netz für Doppel gespielt, muß das Netz von zwei
Pfosten, den sog. "Einzelstützen", auf eine Höhe von 107 cm angehoben
werden. Breite oder Durchmesser der Einzelstützen dürfen höchstens 7,5 cm
betragen. Die Einzelstützen müssen auf jeder Seite 91,4 cm außerhalb des
Spielfeldes für Einzel stehen (gemessen von der Mitte der Stütze bis zur
Außenkante der Seitenlinie fürs Einzel). Das Netz muß so gespannt sein, daß
es den Zwischenraum zwischen den beiden Netzpfosten vollständig ausfüllt.

Die Maschen des Netzes müssen so eng sein, daß ein Ball nicht hindurch
kann. Die Höhe des Netzes muß in der Mitte des Spielfeldes 91,4 cm
betragen. Es muß dort von einem höchstens 5 cm breiten Gurt, dem sog.
"Netzhalter", straff niedergehalten werden. Dieser muß vollkommen weiß
sein. Das Seil oder Kabel sowie der obere Teil des Netzes müssen von einem
vollständig weißen Band, "Netzeinfassung" genannt, eingefaßt sein. Die
Netzeinfassung darf auf jeder Seite des Netzes nicht schmaler als 5 cm und
nicht breiter als 6,35 cm sein.

Auf Netz, Netzhalter, Netzeinfassung und Einzelstützen darf keine Werbung
angebracht sein. Die Linien, die das Spielfeld an den Enden und an den
Seiten begrenzen, werden "Grundlinien" bzw. "Seitenlinien" genannt. In
einem Abstand von 6,40 m werden parallel zum Netz auf beiden Seiten die
sog. "Aufschlaglinien" gezogen. Die Fläche beidseitig des Netzes zwischen
diesem und den Aufschlaglinien wird zwischen den beiden Seitenlinien durch
die sog. "Aufschlagmittellinie", in zwei Hälften, die sog.
"Aufschlagfelder" genannt, geteilt. Die Aufschlagmittellinie verläuft
parallel zu den Seitenlinien. Sie muß 5 cm breit sein.

Die Grundlinien werden in gedachter Verlängerung der Aufschlagmittellinie
durch eine 10 cm lange und 5 cm breite Linie, das sog. "Mittelzeichen", in
zwei Hälften geteilt. Das Mittelzeichen wird innerhalb des Spielfeldes
angebracht, im rechten Winkel zur Grundlinie und mit dieser verbunden. Alle
anderen Linien dürfen nicht schmaler als 2,5 cm und nicht breiter als 5 cm
sein, mit Ausnahme der Grundlinie, die nicht breiter als 10 cm sein darf.
Alle Spielfeldmaße werden von der Außenkante der Linien gemessen.
Alle Linien müssen von gleicher Farbe sein.

Werbung oder irgendwelche Gegenstände an den Rückseiten des Platzes, dürfen
weder weiße noch gelbe Farbe aufweisen. Eine helle Farbe darf nur verwendet
werden, wenn sie die Sicht der Spieler nicht beeinträchtigt.

Werbung auf den Stühlen der an den Rückseiten des Platzes sitzenden
Linienrichter darf weder Weiß noch Gelb aufweisen. Eine helle Farbe darf
nur verwendet werden, wenn sie die Sicht der Spieler nicht beeinträchtigt.

Anmerkung 1:
Beim Davis-Cup, Fed- Cup und den anderen offiziellen Meisterschaften der
ITF sind spezielle Anforderungen bezüglich des Auslaufes hinter der
Grundlinie und an den Seiten in den entsprechenden Regularien zu diesen
Veranstaltungen enthalten.

Beim Davis-Cup, Fed- Cup und den anderen offiziellen Meisterschaften der
ITF sind spezielle Anforderungen bezüglich des Auslaufes hinter der
Grundlinie und an den Seiten in den entsprechenden Regularien zu diesen
Veranstaltungen enthalten.

Auf Klub- oder Freizeitplätzen sollte der Auslauf hinter jeder Grundlinie
mindestens 5,50m und an den Seiten mindestens 3,05m betragen. (Der DTB
empfiehlt bei der Errichtung von Tennisplätzen auf denen auch Turnierspiele
ausgerichtet werden: hinter jeder Grundlinie muß der Auslauf mindestens
6,40 m und an den Seiten mindestens 3,66 m betragen.)

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Regel 2: Ständige Einrichtungen

"Ständige Einrichtungen" sind nicht nur das Netz, die Netzpfosten, die
Einzelstützen, das Seil bzw. Metallkabel, der Netzhalter und die
Netzeinfassung, sondern auch, wenn vorhanden, die hintere und seitliche
Einzäunung, die Tribünen, fest verankerte oder bewegliche Sitze und Stühle
rund um den Platz samt deren Inhabern sowie alle anderen Einrichtungen rund
um den Platz und darüber, ferner der Schiedsrichter, der Netzrichter, der
Fußfehlerrichter, die Linienrichter und die Ballkinder, wenn sich diese
Personen auf dem ihnen zugewiesenen Platz befinden.

Anmerkung. Der Begriff "Schiedsrichter" erfaßt im Sinne dieser Regel auch
diejenigen Personen, die berechtigt sind, auf dem Platz zu sitzen und alle
Personen, deren Aufgabe es ist, den Schiedsrichter bei der Leitung des
Wettspiels zu unterstützen.

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Regel 3: Bälle

Die äußere Oberfläche des Balles muß gleichförmig und nahtlos, seine Farbe
weiß oder gelb sein. Der Durchmesser des Balles muß mehr als 6,350 cm und
weniger als 6,668 cm betragen, sein Gewicht mehr als 56,7 g und weniger als
58,5 g. Der Ball muß eine Sprunghöhe von mehr als 134,62 cm und weniger als
147,32 cm aufweisen, wenn er aus einer Höhe von 254 cm auf eine betonierte
Fläche fallen gelassen wird.

Bei einem Druck von 8,165 kg muß die Verformung des Balles mehr als 5,59 mm
und weniger als 7,37 mm nach innen sowie bei Entlastung die Rückverformung
mehr als 8,0 mm und weniger als 10,8 mm betragen. Beide Verformungsmaße
müssen die Durchschnittsergebnisse von drei verschiedenen Messungen über
drei Achsen des Balles sein, wobei bei jedem Vergleich zwei Messungen
keinesfalls mehr als 0,76 mm voneinander abweichen dürfen.

Für Spiele in einer Höhe über 1219 m ü.d. M. sind folgende zwei Ballarten
zugelassen:

Die erste Ballart weicht von der vorstehend beschriebenen nur insofern ab,
als die Sprunghöhe mehr als 121,92 cm und weniger als 134,62 cm betragen
und der Druck im Ball größer sein muß als der herrschende Luftdruck. Diese
Ballart wird allgemein als "Druckball" bezeichnet.

Die zweite Ballart weicht von der vorstehend beschriebenen insofern ab, als
die Sprunghöhe mehr als 134,62 cm und weniger als 147,32 cm betragen und
der Druck im Ball etwa dem herrschenden Luftdruck entsprechen muß. Solche
Bälle müssen mindestens 60 Tage in der Höhe der entsprechenden
Veranstaltung den örtlichen klimatischen Verhältnissen angepaßt worden
sein. Dieser Ball wird allgemein als "Halb-Druckball oder druckloser Ball"
bezeichnet.

Alle Tests für Sprunghöhe, Größe und Verformung sind in Übereinstimmung mit
den Bestimmungen der ITF durchzuführen.

Die ITF bestimmt, ob ein Ball oder Prototyp die oben angegebenen
technischen Daten für das Spiel erfüllt oder anderweitig genehmigt wird.
Solche Entscheidungen können auf Eigeninitiative der ITF oder auf Antrag
eines Beteiligten, der ein begründetes Interesse daran hat, einschließlich
eines jeden Spielers, Ausrüsters, Nationalen Verbandes oder dessen
Mitglieder, getroffen werden. Für solche Entscheidungen oder Anträge gelten
die entsprechenden Prüf- und Anhörungsverfahren der ITF. Ein Exemplar
dieser Bestimmungen kann bei der ITF angefordert werden.

Anmerkung:
Jeder Ball, der auf einem Turnier, das nach diesen Regeln gespielt wird,
verwendet wird, muß auf der offiziellen von der ITF herausgegebenen ITF
Liste der genehmigten Bälle stehen.

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Regel 4: Schläger

Schläger, die den nachstehenden technischen Daten nicht entsprechen, sind
zum Spiel nach den Tennisregeln nicht zugelassen:

a)
Die Schlagfläche des Schlägers muß flach sein und aus einem Muster sich
kreuzender Saiten bestehen, die an einem Rahmen befestigt und an ihren
Kreuzungspunkten abwechselnd verflochten oder verbunden sind. Das
Besaitungsmuster muß völlig gleichmäßig sein; es darf besonders in der
Mitte nicht weniger dicht sein als in irgendeinem anderen Bereich. Der
Schläger muß so konstruiert und besaitet sein, daß die für das Spiel
charakteristischen Merkmale auf beiden Schlagflächen identisch sind. Die
Saiten dürfen keine an ihnen befestigte Gegenstände oder hervorstehende
Teile aufweisen mit Ausnahme solcher, die ausschließlich dazu dienen,
Verschleiß oder Schwingungen einzuschränken oder zu verhindern,
vorausgesetzt, daß Größe und Anordnung diesem Zweck angemessen sind.

b)
Der Rahmen des Schlägers für Profispieler darf einschließlich Griff eine
Gesamtlänge von 73,66 cm und eine Gesamtbreite von 31,75 cm nicht
überschreiten (gültig ab 1.1.1997). Der Rahmen des Schlägers für
Amateurspieler darf einschließlich Griff eine Gesamtlänge von 73,66 cm und
eine Gesamtbreite von 31,75 cm nicht überschreiten (gültig ab 1.1.2000).
Bis zu diesem Zeitpunkt gilt für Amateurspieler die bisherige Regelung: Der
Rahmen des Schlägers darf einschließlich Griff eine Gesamtlänge von 81,28
cm und eine Gesamtbreite von 31,75 cm nicht überschreiten. Die
Bespannungsfläche darf in der Gesamtlänge 39,37 cm und in der Gesamtbreite
29,21 cm nicht überschreiten.

c)
Rahmen und Griff dürfen keine an ihnen befestigte Gegenstände oder
Vorrichtungen aufweisen mit Ausnahme solcher, die ausschließlich dazu
dienen, Verschleiß oder Schwingungen einzuschränken oder zu verhindern oder
das Gewicht zu verteilen. Alle derartigen Gegenstände oder Vorrichtungen
müssen in Größe und Anordnung diesem Zweck angemessen sein.

d)
Rahmen, Griff und Saiten, dürfen keine Vorrichtungen aufweisen, die es
ermöglichen, während des Ballwechsels die Form des Schlägers wesentlich zu
verändern oder die Gewichtsverteilung in Richtung der Längsachse des
Schlägers zu verändern, so daß die Schwungkraft beeinflußt wird oder
vorsätzlich eine Eigenschaft zu verändern, die die Leistungsfähigkeit des
Schlägers beim Spielen beeinflußt.

Die ITF entscheidet, ob ein Schläger oder das Modell eines Schlägers der
vorstehenden Beschreibung entspricht bzw. zum Spiel zugelassen wird oder
nicht. Solche Entscheidungen können auf Eigeninitiative der ITF oder auf
Antrag eines Beteiligten, der ein begründetes Interesse daran hat,
einschließlich eines jeden Spielers, Ausrüsters, Nationalen Verbandes oder
dessen Mitglieder, getroffen werden. Für solche Entscheidungen oder Anträge
gelten die entsprechenden Prüf- und Anhörungsverfahren der ITF. Ein
Exemplar dieser Bestimmungen können bei der ITF angefordert werden.



E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Darf mehr als eine Anordnungsform der Saiten auf der Schlagfläche
des Schlägers sein?
Entscheidung: Nein, da die Regel klar von einem Muster und nicht von
Mustern sich kreuzender Saiten spricht.

Fall 2: Gilt das Besaitungsmuster eines Schlägers als völlig gleichmäßig
und flach, wenn die Saiten mehr als eine Ebene bilden?
Entscheidung: Nein.

Fall 3: Dürfen Vorrichtungen zur Schwingungsdämpfung auf den Saiten eines
Schlägers angebracht werden? Wenn ja, wo dürfen sie angebracht werden?
Entscheidung: Ja. Derartige Vorrichtungen dürfen aber nur außerhalb des
Musters der sich kreuzenden Saiten angebracht werden.

Fall 4: Während eines Spiels reißen einem Spieler plötzlich die Saiten
seines Schlägers. Darf er mit dem Schläger in diesem Zustand das Spielen um
den Punkt fortsetzen?
Entscheidung: Ja.

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Regel 5: Aufschläger und Rückschläger

Die Spieler stellen sich auf den gegenüberliegenden Seiten des Netzes auf.
Der Spieler, der als erster den Ball in das Spiel bringt, wird Aufschläger,
der andere Rückschläger genannt.



E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Verliert ein Spieler den Punkt, wenn er bei der Ausführung eines
Schlages die gedachte Linie in Verlängerung des Netzes überschreitet,

a) bevor er den Ball getroffen hat,
b) nachdem er den Ball getroffen hat?

Entscheidung: Der Spieler verliert in keinem der beiden Fälle wegen
Überschreitens der gedachten Linie den Punkt, sofern er nicht das Spielfeld
des Gegners betritt (Regel 20e). Sollte sich der Gegner behindert gefühlt
haben, kann er eine Entscheidung des Schiedsrichters nach den Regeln 21 und
25 verlangen.

Fall 2: Der Aufschläger verlangt, daß der Rückschläger innerhalb der Linien
stehen muß, die sein Spielfeld begrenzen. Ist das erforderlich?
Entscheidung: Nein. Der Rückschläger darf auf seiner Seite des Netzes
stehen, wo er will.

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Regel 6: Wahl der Seiten und des Aufschlags

Vor Spielbeginn ist zu losen, wer die Wahl der Seite oder das Recht, im 1.
Spiel Aufschläger oder Rückschläger zu sein, hat. Der Gewinner des
Losentscheids kann wählen oder von seinem Gegner verlangen zu wählen:

a) Aufschläger oder Rückschläger zu sein; der Gegner hat dann die Seite zu
wählen; oder

b) die Seite; der Gegner hat sich dann zu entscheiden, ob er Aufschläger
oder Rückschläger sein will.

Fall 1: Haben die Spieler Anspruch auf eine neue Wahl, wenn ein Wettspiel
vor Spielbeginn verlegt oder aufgeschoben wurde?
Entscheidung: Ja. Es bleibt bei der Losentscheidung, aber Aufschlag und
Seite können neu gewählt werden.

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Regel 7: Aufschlag

Der Aufschlag ist auf folgende Weise auszuführen:

Unmittelbar vor dem Aufschlag muß der Aufschläger mit beiden Füßen in
Ruhestellung hinter der Grundlinie (d.h. weiter vom Netz entfernt als
diese) stehen, und zwar zwischen den gedachten Verlängerungen des
Mittelzeichens und der Seitenlinie. Der Aufschläger hat dann den Ball mit
der Hand in beliebiger Richtung in die Luft zu werfen und mit seinem
Schläger zu schlagen, bevor der Ball den Boden berührt. Der Aufschlag gilt
in dem Augenblick als erfolgt, in dem der Schläger den Ball berührt. Ein
Spieler, der nur einen Arm benutzen kann, darf den Schläger benutzen, um
den Ball in die Luft zu werfen.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Darf der Aufschläger in einem Einzel beim Aufschlag hinter dem Teil
der Grundlinie zwischen den Seitenlinien des Einzel- und des Doppelfeldes
stehen?
Entscheidung: Nein.

Fall 2: Ist es ein Aufschlagfehler, wenn ein Spieler beim Aufschlag statt
eines Balles zwei oder mehrere hochwirft?

Entscheidung: Nein. Es ist auf Wiederholung des Aufschlags zu entscheiden.
Wenn der Schiedsrichter aber den Vorgang als vorsätzlich beurteilt, hat er
nach Regel 21 zu entscheiden.

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Regel 8: Fußfehler

Während der Ausführung des Aufschlags darf der Aufschläger

a) seine Stellung weder durch Gehen noch durch Laufen verändern;
unbedeutende Bewegungen der Füße, die sich nicht wesentlich auf die
ursprüngliche vom Aufschläger eingenommene Stellung auswirken, gelten nicht
als "Veränderung seiner Stellung durch Gehen oder durch Laufen";

b) nur den Boden hinter der Grundlinie zwischen den gedachten
Verlängerungen des Mittelzeichens und der Seitenlinie mit den Füssen
berühren.


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Regel 9: Ausführung des Aufschlages

a) Beim Aufschlag hat der Aufschläger abwechselnd hinter der rechten und
hinter der linken Hälfte seiner Spielfeldseite zu stehen, beginnend in
jedem Spiel von rechts. Wenn der Aufschlag von der falschen Hälfte des
Spielfeldes erfolgt ist und dies nicht bemerkt worden ist, bleiben alle aus
solch falschem Aufschlag oder solchen falschen Aufschlägen herrührenden
Spielergebnisse bestehen. Die falsche Aufstellung ist aber sofort nach
Feststellung des Irrtums zu berichtigen.

b) Der aufgeschlagene Ball muß das Netz überfliegen und das schräg
gegenüberliegende Aufschlagfeld oder eine der Linien, die dieses Feld
begrenzen, treffen, bevor der Rückschläger den Ball zurückschlägt.

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Regel 10: Aufschlagfehler

Es ist ein Aufschlagfehler:

a) wenn der Aufschläger gegen eine der Regeln 7, 8 oder 9 b verstößt;

b) wenn er beim Versuch, den Ball zu schlagen, diesen verfehlt;

c) wenn der aufgeschlagene Ball, bevor er den Boden trifft, eine ständige
Einrichtung mit Ausnahme des Netzes, des Netzhalters oder der
Netzeinfassung berührt.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Ein Spieler wirft den Ball zum Aufschlag hoch, entschließt sich
aber dann, den Ball nicht zu schlagen, sondern fängt ihn statt dessen
wieder auf. Ist das ein Aufschlagfehler?
Entscheidung: Nein.

Fall 2: Ein Einzel wird auf einem Spielfeld für Doppel mit Netzpfosten für
das Doppel und Einzelstützen gespielt. Der aufgeschlagene Ball trifft eine
Einzelstütze und fällt dann in das richtige Aufschlagfeld. Ist das ein
Aufschlagfehler oder ist der Aufschlag zu wiederholen?
Entscheidung: Beim Aufschlag ist es ein Aufschlagfehler, weil die
Einzelstützen und die Netzpfosten für das Doppel sowie der Teil des Netzes,
der Netzeinfassung und des Seils oder Metallkabels zwischen ihnen ständige
Einrichtungen im Sinne der Regeln 2 und 10 sowie der Anmerkung zu Regel 24
sind.

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Regel 11: Zweiter Aufschlag

Nach einem Aufschlagfehler beim ersten Aufschlag hat der Aufschläger von
derselben Hälfte seiner Spielfeldseite erneut aufzuschlagen. Dies gilt
nicht, wenn der erste Aufschlag von der falschen Hälfte aus erfolgt ist. In
diesem Fall hat der Aufschläger nach Regel 9 den zweiten Aufschlag von der
richtigen Spielfeldhälfte auszuführen.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Ein Spieler schlägt von der falschen Spielfeldhälfte auf. Nachdem
er den Punkt verloren hat, fordert er, es sei auf Aufschlagfehler zu
entscheiden, weil er vom falschen Standort aufgeschlagen habe.

Entscheidung: Der Punkt ist zu werten wie gespielt. Der nächste Aufschlag
hat entsprechend dem Spielstand vom richtigen Standort aus zu erfolgen.

Fall 2: Beim Spielstand von 15 beide schlägt der Aufschläger irrtümlich von
links auf. Er gewinnt den Punkt. Den nächsten Aufschlag führt er dann von
rechts aus und macht einen Aufschlagfehler. Der Irrtum bezüglich des
Standorts beim Aufschlag wird nun entdeckt. Zählt der vorhergehende Punkt für
ihn? Von welcher Spielfeldhälfte muß er den nächsten Aufschlag ausführen?

Entscheidung:
Es bleibt dabei, daß der vorhergehende Punkt für den Aufschläger zählt und
daß er einen Aufschlagfehler gemacht hat. Der Spielstand ist 30:15, der
zweite Aufschlag muß deshalb von links ausgeführt werden.

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Regel 12: Spielbereitschaft

Der Aufschläger darf erst aufschlagen, wenn der Rückschläger spielbereit
ist. Der Rückschläger gilt als spielbereit, wenn er versucht, den
aufgeschlagenen Ball zurückzuschlagen.

Hat jedoch der Rückschläger zu erkennen gegeben, daß er nicht spielbereit
war, kann er einen Aufschlagfehler nicht geltend machen, weil der
aufgeschlagene Ball das für diesen Aufschlag bestimmte Aufschlagfeld nicht
getroffen hat.

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Regel 13: Wiederholungen

In allen Fällen, in denen nach den Regeln auf Wiederholung zu entscheiden
ist oder in denen wegen einer Unterbrechung des Spiels eine Wiederholung
anzuordnen ist, gilt:

a) betrifft die Entscheidung zur Wiederholung lediglich einen Aufschlag, so
ist nur dieser Aufschlag zu wiederholen;

b) betrifft die Entscheidung einen anderen Sachverhalt, so ist der Punkt zu
wiederholen.

 

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Ein Aufschlag ist aus anderen als den in der Regel 14 beschriebenen
Gründen unterbrochen worden. Ist nur dieser Aufschlag zu wiederholen?
Entscheidung. Nein, der ganze Punkt ist zu wiederholen.

Fall 2: Wenn ein im Spiel befindlicher Ball platzt, ist dann auf
Wiederholung des Punktes zu entscheiden?
Entscheidung: Ja.

ZumAnfang

Regel 14: Wiederholung des Aufschlags

Der Aufschlag ist zu wiederholen:

a) wenn der aufgeschlagene Ball das Netz, den Netzhalter oder die
Netzeinfassung berührt, vorausgesetzt, daß der Aufschlag sonst in jeder
Beziehung den Regeln entspricht, oder wenn der aufgeschlagene Ball nach
Berührung des Netzes, des Netzhalters oder der Netzeinfassung den
Rückschläger trifft oder irgend etwas, was dieser an sich trägt oder hält
bevor der Ball den Boden berührt;

b) wenn ein Aufschlag ( auch wenn es ein Aufschlagfehler war) ausgeführt
wurde, obgleich der Rückschläger nicht spielbereit war (siehe Regel 12).
Der zu wiederholende Aufschlag zählt nicht. Der Aufschläger hat nochmals
aufzuschlagen. Durch die Wiederholung eines 2. Aufschlags wird ein
Aufschlagfehler beim vorhergehenden 1. Aufschlag nicht aufgehoben.

Zum Anfang

Regel 15: Reihenfolge beim Aufschlag

Nach Beendigung des ersten Spieles wird der Rückschläger zum Aufschläger
und der Aufschläger zum Rückschläger und so fort, abwechselnd für alle
folgenden Spiele eines Wettspiels. Schlägt ein Spieler auf, ohne an der
Reihe zu sein, so hat, wenn der Irrtum festgestellt wird, sofort derjenige
Spieler aufzuschlagen, der an der Reihe ist. Alle vor der Feststellung des
Irrtums erzielten Punkte bleiben gültig, aber ein vorhergegangener
Aufschlagfehler zählt nicht. Ist ein Spiel bereits beendet, bevor der
Irrtum entdeckt wurde, bleibt es bei der geänderten Reihenfolge beim
Aufschlag.

Zum Anfang

Regel 16: Wechsel der Spielfeldseiten

Die Spieler haben in jedem Satz nach dem ersten, dritten und jedem
folgenden ungeraden Spiel sowie am Ende des Satzes die Seiten des
Spielfeldes zu wechseln. Ist aber die Summe der Spiele dieses Satzes eine
gerade Zahl, sind die Seiten erst nach dem ersten Spiel des nächsten Satzes
zu wechseln. Falls hierbei ein Fehler gemacht und die richtige Reihenfolge
nicht eingehalten wird, müssen die Spieler die richtige Aufstellung sofort
nach Entdeckung des Irrtums einnehmen und die ursprüngliche Reihenfolge
fortsetzen.

Zum Anfang

Regel 17: Ball im Spiel

Ein Ball ist im Spiel, sobald der Aufschlag ausgeführt ist. Falls nicht auf
Aufschlagfehler oder Wiederholung des Aufschlags entschieden wird, bleibt
der Ball im Spiel, bis der Punkt entschieden ist.

E n t s c h e i d u n g

Fall 1: Ein Spieler macht beim Rückschlag einen Fehler. Dieser wird nicht
angezeigt und der Ballwechsel fortgesetzt. Kann der Gegner später nach
Beendigung des Ballwechsels den Punkt für sich beanspruchen?
Entscheidung: Nein. Wenn nach der unterbliebenen Entscheidung des
Schiedsrichters die Spieler den Ballwechsel fortgesetzt haben, kann der
Gegner den Punkt nicht mehr für sich beanspruchen, vorausgesetzt, daß er
nicht behindert wurde.

Zum Anfang

Regel 18: Punktgewinn für den Aufschläger

Der Aufschläger gewinnt den Punkt:

a) wenn der aufgeschlagene Ball, sofern der Aufschlag nicht nach Regel 14
zu wiederholen ist, den Rückschläger oder irgend etwas, was dieser an
sich trägt oder hält, berührt, bevor der Ball aufspringt;

b) wenn der Rückschläger den Punkt auf andere Weise nach Regel 20 verliert.

Zum Anfang

Regel 19: Punktgewinn für den Rückschläger

Der Rückschläger gewinnt den Punkt:

a) wenn der Aufschläger zwei aufeinanderfolgende Aufschlagfehler macht;
b) wenn der Aufschläger den Punkt auf andere Weise nach Regel 20 verliert.

Zum Anfang

Regel 20: Punktverlust

Ein Spieler verliert den Punkt:

a) wenn er den im Spiel befindlichen Ball nicht direkt über das Netz
zurückschlägt, bevor dieser den Boden ein zweites Mal berührt hat
(ausgenommen die Fälle nach Regel 24 a) oder c));

b) wenn er den im Spiel befindlichen Ball so zurückschlägt, daß dieser den
Boden, eine Ständige Einrichtung oder einen anderen Gegenstand außerhalb
derjenigen Linien trifft, die das Spielfeld seines Gegners begrenzen
(ausgenommen die Fälle nach Regel 24 a) und c));

c) wenn er den Ball als Flugball annimmt und dabei einen fehlerhaften
Rückschlag macht; dies gilt auch dann, wenn der Spieler außerhalb des
Spielfeldes steht;

d) wenn er während der Schlagbewegung den Ball absichtlich auf seinem
Schläger trägt oder auffängt oder ihn mit seinem Schläger absichtlich mehr
als einmal berührt;

e) wenn er selbst, sein Schläger (gleich ob er ihn in der Hand hält oder
nicht) oder irgend etwas, was er an sich trägt oder hält, das Netz, die
Netzpfosten bzw. Einzelstützen, das Seil oder Metallkabel, den Netzhalter,
die Netzeinfassung oder den Boden innerhalb des Spielfelds seines Gegners
berührt, solange der Ball im Spiel ist;

f) wenn er den Ball als Flugball annimmt, bevor dieser das Netz überflogen
hat;

g) wenn der im Spiel befindliche Ball ihn selbst oder irgend etwas, was er
an sich trägt oder hält, berührt, mit Ausnahme des Schlägers in seiner Hand
oder in seinen Händen;

h) wenn er seinen Schläger nach dem Ball wirft und den Ball trifft;

i) wenn er absichtlich und wesentlich die Form seines Schlägers während des
Ballwechsels verändert.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Beim Aufschlag fliegt der Schläger aus der Hand des Aufschlägers
und berührt das Netz, bevor der Ball den Boden berührt. Ist dies ein
Aufschlagfehler oder verliert der Aufschläger den Punkt?
Entscheidung: Der Aufschläger verliert den Punkt, weil sein Schläger das
Netz berührt hat, während der Ball im Spiel war (Regel 20 e);

Fall 2: Beim Aufschlag fliegt der Schläger aus der Hand des Aufschlägers
und berührt das Netz, nachdem der Ball den Boden außerhalb des richtigen
Aufschlagfeldes berührt hat. Ist dies ein Aufschlagfehler oder verliert der
Aufschläger den Punkt?
Entscheidung: Es ist ein Aufschlagfehler, weil der Ball nicht mehr im Spiel
war, als der Schläger das Netz berührt hat.

Fall 3: A und B spielen gegen C und D. A schlägt gegen D auf. C berührt das
Netz, bevor der Ball den Boden berührt hat. Da der aufgeschlagene Ball
außerhalb des richtigen Aufschlagfeldes aufspringt, wird danach auf
Aufschlagfehler entschieden. Verlieren C und D den Punkt?
Entscheidung: Die Entscheidung Aufschlagfehler ist falsch. Weil C das Netz
berührt hatte, während der Ball im Spiel war (Regel 20 e), hatten C und D
den Punkt schon verloren, bevor auf Aufschlagfehler hätte entschieden
werden können.

Fall 4: Darf ein Spieler über das Netz auf das Spielfeld seines Gegners
springen, während der Ball im Spiel ist, ohne dafür bestraft zu werden?
Entscheidung: Nein. Er verliert den Punkt (Regel 20 e).

Fall 5: A spielt einen geschnittenen Ball knapp hinter das Netz. Der Ball
springt dadurch wieder auf die Spielfeldseite von A zurück. B kann den Ball
nicht erreichen und wirft deshalb seinen Schläger nach dem Ball und trifft
ihn. Sowohl der Schläger als auch der Ball fallen über das Netz auf die
Spielfeldseite von A. A schlägt den Ball zurück, aber ins "Aus" der
Spielfeldseite von B. Gewinnt oder verliert B den Punkt?
Entscheidung: B verliert den Punkt (Regel 20 e und h).

Fall 6: Ein außerhalb des Aufschlagfeldes stehender Spieler wird von einem
aufgeschlagenen Ball getroffen, bevor der Ball den Boden berührt hat.
Gewinnt oder verliert der Spieler den Punkt?
Entscheidung: Der getroffene Spieler verliert den Punkt (Regel 20 g), es
sei denn, es handelt sich um einen Fall nach Regel 14 a.

Fall 7: Ein außerhalb des Spielfeldes stehender Spieler nimmt den Ball als
Flugball an oder fängt ihn mit der Hand. Er beansprucht den Punkt für sich,
weil der Ball mit Sicherheit "Aus" gewesen wäre.
Entscheidung: In keinem Fall kann er den Punkt für sich beanspruchen:

1. wenn er den Ball auffängt, verliert er den Punkt nach Regel 20 g;

2. wenn er den Ball als Flugball annimmt und einen fehlerhaften Rückschlag
macht, verliert er den Punkt nach Regel 20 c;

3. wenn er den Ball als Flugball annimmt und einen den Regeln
entsprechenden Rückschlag macht, ist der Ballwechsel fortzusetzen.

Zum Anfang

Regel 21: Behinderung durch den Gegner

Wenn ein Spieler etwas unternimmt, das den Gegner bei der Ausführung eines
Schlages behindert, so verliert er den Punkt, wenn dies absichtlich
geschieht, so ist der Punkt zu wiederholen, wenn dies unabsichtlich
geschieht.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Ist ein Spieler zu bestrafen, wenn er bei der Ausführung eines
Schlages seinen Gegner berührt?
Entscheidung: Nein, es sei denn, der Schiedsrichter hält es für notwendig,
nach Regel 21 zu entscheiden.

Fall 2: Wenn ein Ball über das Netz zurückspringt, darf der Spieler, der an
der Reihe ist zu schlagen, über das Netz langen, um den Ball zu spielen.
Wie ist zu entscheiden, wenn der Spieler dabei von seinem Gegner behindert
wird?
Entscheidung: Nach Regel 21 hat der Schiedsrichter entweder dem behinderten
Spieler den Punkt zuzusprechen oder den Punkt wiederholen zu lassen (siehe
auch Regel 25).

Fall 3: Kann ein unabsichtlicher Doppelschlag als Behinderung des Gegners
im Sinne der Regel 21 gewertet werden?
Entscheidung: Nein.

Zum Anfang

Regel 22: Linienball

Berührt der Ball eine Linie, so gilt, daß er das von dieser Linie begrenzte
Spielfeld berührt hat.

Zum Anfang

Regel 23: Ball berührt ständige Einrichtungen

Berührt der im Spiel befindliche Ball eine Ständige Einrichtung,
ausgenommen Netz, Netzpfosten bzw. Einzelstützen, Seil oder Metallkabel,
Netzhalter oder Netzeinfassung, nachdem der Ball den Boden berührt hat, so
gewinnt der Spieler, der den Ball geschlagen hat, den Punkt, bevor der Ball
den Boden berührt hat, so gewinnt sein Gegner den Punkt.

E n t s c h e i d u n g

Fall 1: Ein im Spiel befindlicher Ball trifft den Schiedsrichter oder
seinen Stuhl. Der Spieler macht geltend, der Ball hätte sonst das Spielfeld
des Gegners getroffen.
Entscheidung: Er verliert den Punkt.

Zum Anfang

Regel 24: Guter Rückschlag

Der Rückschlag ist gut:

a) wenn der Ball das Netz, die Netzpfosten bzw. Einzelstützen, das Seil
oder Metallkabel, den Netzhalter oder die Netzeinfassung berührt,
vorausgesetzt, daß er diese überfliegt und das Spielfeld des Gegners
trifft;

b) wenn der aufgeschlagene oder zurückgeschlagene Ball das richtige
Aufschlagfeld bzw. Spielfeld trifft, dann aber über das Netz zurückspringt
oder zurückgeweht wird und der Spieler, der an der Reihe ist zu schlagen,
über das Netz reicht und den Ball spielt, vorausgesetzt, daß er dabei nicht
gegen Regel 20 e verstößt und der Schlag auch sonst in jeder Beziehung gut
ist;

c) wenn der Ball außen am Netzpfosten bzw. der Einzelstütze vorbei
zurückgeschlagen wird, gleich ob über oder unter der Höhe der
Netzoberkante, auch wenn der Ball den Netzpfosten bzw. die Einzelstütze
berührt, vorausgesetzt, er trifft das richtige Spielfeld;

d) Wenn der Spieler mit seinem Schläger über das Netz reicht, nachdem er
den Ball zurückgeschlagen hat, vorausgesetzt, daß der Ball das Netz
überflogen hatte, bevor er getroffen wurde, und daß es auch sonst ein guter
Rückschlag ist;

e) wenn es einem Spieler gelingt, den aufgeschlagenen oder im Spiel
befindlichen Ball zurückzuschlagen, nachdem dieser einen im Spielfeld
liegenden Ball getroffen hat.

A n m e r k u n g:

Ein Einzel wird auf einem für das Doppel eingerichteten Spielfeld
ausgetragen. Das Netz ist deshalb mit Einzelstützen versehen. In diesem
Fall gelten die Netzpfosten für das Doppel und jene Teile des Netzes, des
Seils oder Metallkabels und der Netzeinfassung, die sich zwischen den
Einzelstützen und den Doppelnetzpfosten befinden, immer als ständige
Einrichtung und nicht als Netzpfosten oder Teile des Netzes für das Einzel.

Ein Rückschlag, bei dem der Ball unter dem Netzkabel (Seil) zwischen der
Einzelstütze und dem benachbarten Doppelnetzpfosten hindurchfliegt, ohne
das Netzkabel (Seil), das Netz oder den Doppelnetzpfosten zu berühren und
ins Spielfeld fällt, ist ein guter Rückschlag.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Ein Ball, der aus dem Spielfeld kommt, trifft den Netzpfosten bzw.
die Einzelstütze und springt dann in das Spielfeld des Gegners. Ist der
Schlag gut.

Fall 2: Ist es ein guter Rückschlag, wenn der Spieler dabei
seinen Schläger mit beiden Händen gehalten hat?
Entscheidung: Ja. Der Spieler kann generell den Schläger mit beiden Händen
halten.

Fall 3: Ein aufgeschlagener oder im Spiel befindlicher Ball trifft einen im
richtigen Aufschlag- bzw. Spielfeld liegenden Ball. Ist der Punkt damit
gewonnen oder verloren?
Entscheidung: Nein. Der Ballwechsel ist fortzusetzen. Wenn der
Schiedsrichter jedoch nicht entscheiden kann, ob der richtige Ball
zurückgeschlagen wurde, hat er auf Wiederholung des Punktes zu entscheiden.

Fall 4: Darf ein Spieler irgendwann während des Ballwechsels mehr als einen
Schläger benutzen?
Entscheidung: Nein. Die Auslegung der Regeln verlangt, daß nur ein Schläger
benutzt wird.

Fall 5: Ist ein Spieler berechtigt zu verlangen, daß ein Ball oder mehrere
Bälle, die im Spielfeld des Gegners liegen, entfernt werden?
Entscheidung: Ja, aber nicht während der Ball im Spiel ist.

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Regel 25: Behinderung eines Spielers

Wird ein Spieler durch irgend etwas, auf das er keinen Einfluß hat, bei
der Ausführung eines Schlages behindert, so ist auf Wiederholung zu
entscheiden, es sei denn, die Behinderung erfolgte durch eine Ständige
Einrichtung oder es handelt sich um einen Fall nach Regel 21.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Ein Zuschauer gerät einem Spieler in den Weg, so daß dieser den
Ball verfehlt. Hat der Spieler Anspruch auf Wiederholung?
Entscheidung: Ja, wenn der Spieler nach Ansicht des Schiedsrichters durch
außerhalb seiner Kontrolle liegende Umstände behindert war, jedoch nicht,
wenn diese Behinderung von Ständigen Einrichtungen des Platzes oder vom
Zustand des Spielfeldbodens herrührte.

Fall 2: Ein Spieler ist gestört worden wie im Fall 1, und der
Schiedsrichter entscheidet auf Wiederholung. Der Aufschläger hat zuvor
einen Aufschlagfehler gemacht. Hat er das Recht auf zwei Aufschläge?
Entscheidung: Ja. Sobald der Ball im Spiel ist, schreibt die Regel vor, daß
nicht nur der Aufschlag, sondern der Punkt zu wiederholen ist.

Fall 3: Hat ein Spieler Anspruch auf Wiederholung nach Regel 25, weil er
dachte, sein Gegner sei behindert worden und er infolgedessen nicht
erwartet hat, daß der Ball zurückgeschlagen wird?
Entscheidung: Nein.

Fall 4: Ist ein Schlag gut, wenn der im Spiel befindliche Ball einen
anderen Ball in der Luft trifft?
Entscheidung: Es ist auf Wiederholung zu entscheiden. Wenn aber der andere
Ball durch einen Spieler in die Luft gebracht worden ist, hat der
Schiedsrichter nach Regel 21 zu entscheiden.

Fall 5: Wenn der Schiedsrichter oder ein Linienrichter irrtümlich "Fehler"
oder "Aus" ruft und diese Entscheidung dann berichtigt wird, welche der
beiden Entscheidungen soll dann gelten?
Entscheidung: Es ist auf Wiederholung zu entscheiden, es sei denn, daß nach
Auffassung des Schiedsrichters kein Spieler behindert war. In letzterem
Fall gilt die korrigierte Entscheidung.

Fall 6: Wenn nach einem 1. Aufschlag, der ein Aufschlagfehler war, der Ball
irgendwo abprallt und den Rückschläger während des 2. Aufschlags stört, hat
dann der Rückschläger Anspruch auf Wiederholung?
Entscheidung: Ja. Wenn aber der Rückschläger Gelegenheit hatte, den Ball
vom Platz zu entfernen und dies aus Nachlässigkeit unterließ, verliert er
den Anspruch auf Wiederholung.

Fall 7: Ist ein Schlag gut, wenn der Ball einen unbeweglichen oder einen
sich bewegenden Gegenstand auf dem Spielfeld trifft?
Entscheidung: Unbeweglicher Gegenstand: Der Schlag ist gut. Ist aber der
unbewegliche Gegenstand erst auf das Spielfeld gekommen, nachdem der Ball
ins Spiel gebracht worden ist, ist auf Wiederholung zu entscheiden.
Sich bewegender Gegenstand: Wenn der im Spiel befindliche Ball einen
Gegenstand trifft, der sich auf oder über der Oberfläche des Spielfeldes
bewegt, ist auf Wiederholung zu entscheiden.

Fall 8: Wie ist zu entscheiden, wenn der 1. Aufschlag ein Aufschlagfehler,
der 2. Aufschlag gut war, und dann im Verlauf des anschließenden
Ballwechsels entweder nach Regel 25 oder weil der Schiedsrichter nicht in
der Lage ist, über den Punkt eine Entscheidung zu treffen, eine
Wiederholung anzuordnen ist?
Entscheidung: Die Entscheidung "Aufschlagfehler" ist aufzuheben und der
ganze Punkt zu wiederholen.

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Regel 26: Gewinn eines Spieles

a) Vorteil-System

Gewinnt ein Spieler seinen ersten Punkt, so zählt dies für ihn 15; gewinnt
er seinen zweiten Punkt, so zählt dies für ihn 30; gewinnt er seinen
dritten Punkt, so zählt dies für ihn 40; gewinnt er seinen vierten Punkt,
so hat er ein "Spiel" gewonnen mit folgender Ausnahme:
Wenn beide Spieler drei Punkte gewonnen haben, wird der Spielstand
"Einstand" genannt; der nächste von einem Spieler gewonnene Punkt zählt
"Vorteil" für diesen Spieler. Gewinnt derselbe Spieler den nächsten Punkt,
so gewinnt er das Spiel. Gewinnt aber der andere Spieler den nächsten
Punkt, wird der Spielstand wieder "Einstand" genannt und so weiter, bis
einer der Spieler die auf "Einstand" unmittelbar folgenden beiden Punkte
gewinnt. Er hat dann das Spiel gewonnen.

b) Fakultative Alternative Zählweise
Vom 1. Januar 1999 bis zum 31. Dezember 2000 kann das Ohne-Vorteil-System
als Alternative zur traditionellen Zählweise angewendet werden sofern dies
vor Beginn der Veranstaltung bekanntgegeben wurde. In diesem Fall gilt
folgendes:

Im Einzel:

Gewinnt ein Spieler seinen ersten Punkt, so zählt dies für ihn 15; gewinnt
er seinen zweiten Punkt, so zählt dies für ihn 30; gewinnt er seinen
dritten Punkt, so zählt dies für ihn 40; gewinnt er seinen vierten Punkt,
so hat er ein "Spiel" gewonnen mit folgender Ausnahme:

Wenn beide Spieler drei Punkte gewonnen haben, wird der Spielstand
"Einstand" genannt. Der das Spiel entscheidende Punkt wird ausgespielt,
indem der Rückschläger wählt, ob er den Aufschlag von seiner rechten oder
linken Spielfeldhälfte annehmen möchte. Der Spieler, der diesen Punkt
gewinnt, hat das Spiel gewonnen.

Im Doppel:

Die vorstehenden Regeln für das Einzel sind auf das Doppel analog
anzuwenden. Bei Einstand wählt das Paar, das zurückschlägt, ob es den
Aufschlag von der rechten oder der linken Spielfeldhälfte annehmen möchte.
Das Paar, das diesen Punkt gewinnt, hat das Spiel gewonnen.

Im Mixed:

Im Mixed gilt die folgende leicht abgeänderte Bestimmung: Der männliche
Spieler des Mixed-Paares muß, wenn es an ihm ist aufzuschlagen, ungeachtet
in welcher Hälfte des Spielfeldes er steht, zu dem männlichen Spieler des
gegnerischen Paares aufschlagen: Die Spielerin muß, wenn es an ihr ist
aufzuschlagen, zu der Spielerin des anderen Paares aufschlagen.

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Regel 27: Gewinn eines Satzes

a) Vorteilssatz-System

Der Spieler, der zuerst sechs Spiele gewonnen hat, hat einen "Satz"
gewonnen, wenn er einen Vorteil von mindestens zwei Spielen hat. Sonst wird
der Satz so lange fortgesetzt, bis dieser Vorteil von einem Spieler
erreicht wird.

b) Tie-break-System

Statt des Vorteilssatz-Systems nach Absatz a) kann wahlweise das
Tie-break-System angewendet werden, sofern dies vor Beginn des Wettspiels
bekanntgegeben wurde. In diesem Fall gilt:

Wenn im Satz der Spielstand von 6:6 Spielen erreicht wird, ist ein
Tie-break zu spielen. Dies gilt nicht im dritten bzw. fünften Satz eines
Dreisatz- bzw. Fünfsatz-Wettspiels. Sofern nichts anderes bestimmt und vor
Beginn des Wettspiels bekanntgegeben wurde, und diese Sätze als
Vorteilssatz nach Absatz a) zu spielen.

Für ein Tie-break-Spiel gilt:

Im Einzel:

1. Im Tie-break-Spiel werden die Punkte fortlaufend numerisch gezählt. Der
Spieler, der zuerst sieben Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel und damit
den Satz, vorausgesetzt, er hat einen Vorsprung von mindestens zwei
Punkten. Kommt es zu einem Spielstand von 6:6 Punkten, wird das Spiel
fortgesetzt, bis einer der beiden Spieler den Vorsprung von zwei Punkten
hat.

2. Der Spieler, der an der Reihe ist aufzuschlagen, ist Aufschläger für den
ersten Punkt. Sein Gegner ist Aufschläger für den zweiten und den dritten
Punkt. Danach schlägt jeder Spieler abwechselnd jeweils für zwei Punkte
hintereinander auf, bis über den Gewinn von Spiel und Satz entschieden ist.

3. Der Aufschlag für den ersten Punkt erfolgt von rechts. Danach wird
abwechselnd von links und von rechts aufgeschlagen. Wenn von der falschen
Spielfeldhälfte aufgeschlagen wurde, bleibt der aus einem solchen falschen
Aufschlag oder solchen falschen Aufschlägen erzielte Spielstand gültig. Die
falsche Aufstellung ist aber sofort nach Entdeckung des Irrtums zu
berichtigen.

4. Nach je sechs Punkten sowie nach Beendigung des Tie-break-Spiels haben
die Spieler die Seiten zu wechseln.

5. Das Tie-break-Spiel zählt für den Wechsel der Bälle als ein Spiel. Falls
die Bälle vor dem Tie-break-Spiel zu wechseln wären, ist der Ballwechsel
erst vor Beginn des zweiten Spieles des folgenden Satzes vorzunehmen.

Im Doppel:

Im Doppel sind die Bestimmungen für das Einzel sinngemäß anzuwenden. Der
Spieler, der an der Reihe ist, aufzuschlagen, ist Aufschläger für den
ersten Punkt. Danach ist jeder Spieler in derselben Reihenfolge wie in den
vorausgegangenen Spielen dieses Satzes Aufschläger für je zwei Punkte, bis
über den Gewinn von Spiel und Satz entschieden ist.

Wechsel des Aufschlags:

Der Spieler (bzw. im Doppel das Spielerpaar), der (das) an der Reihe war,
im Tie-break-Spiel für den ersten Punkt aufzuschlagen, ist im ersten Spiel
des folgenden Satzes Rückschläger.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Bei einem Spielstand von 6 beide wird Tie-Break gespielt, obwohl
vor Beginn des Wettspiels beschlossen und bekanntgegeben wurde, daß ein
Vorteilssatz zu spielen ist. Werden bereits gespielte Punkte gewertet?
Entscheidung: Wenn der Irrtum entdeckt wird, bevor der Ball für den zweiten
Punkt ins Spiel gebracht wurde, muß der erste Punkt gewertet und der Irrtum
sofort berichtigt werden. Wenn der Irrtum erst entdeckt wird, nachdem der
Ball für den zweiten Punkt ins Spiel gebracht wurde, muß das Spiel als
Tie-break-Spiel fortgesetzt werden.

Fall 2: Bei einem Spielstand von 6 beide wird ein Vorteilssatz gespielt,
obwohl vor Beginn des Wettspiels beschlossen und bekanntgegeben wurde, daß
Tie-break zu spielen ist. Werden die bereits gespielten Punkte gewertet?
Entscheidung: Wenn der Irrtum entdeckt wird, bevor der Ball für den zweiten
Punkt ins Spiel gebracht wurde, muß der erste Punkt gewertet und der Irrtum
sofort berichtigt werden. Wenn der Irrtum erst entdeckt wird, nachdem der
Ball für den zweiten Punkt ins Spiel gebracht wurde, muß der Satz als
Vorteilssatz fortgesetzt werden. Wenn es aber dabei zu einem Spielstand von
8 beide oder einem Gleichstand einer höheren geraden Zahl von Spielen
kommt, ist Tie-Break zu spielen.

Fall 3: Ist die geänderte Reihenfolge beim Aufschlag bis zum Ende des
Spiels beizubehalten, wenn in einem Einzel oder einem Doppel während des
Tie-break-Spiels ein Spieler aufschlägt, obwohl er nicht an der Reihe ist?
Entscheidung: Wenn ein Spieler seine Aufschlagfolge bereits abgeschlossen
hat, bleibt es bei der geänderten Reihenfolge beim Aufschlag. Wenn der
Irrtum entdeckt wird, bevor der Spieler seine Aufschlagfolge abgeschlossen
hat, ist die Reihenfolge beim Aufschlag sofort zu berichtigen. Alle bereits
gespielten Punkte sind zu werten.

Zum Anfang

Regel 28: Höchstzahl der Sätze

In einem Wettspiel darf die Zahl der Sätze höchstens fünf, wenn
Spielerinnen teilnehmen, höchstens drei betragen.

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Regel 29: Oberschiedsrichter, Schiedsrichter, Hilfsrichter

In Wettspielen, für die ein Schiedsrichter eingesetzt ist, ist dessen
Entscheidung endgültig. Wenn ein Oberschiedsrichter ernannt ist, kann bei
ihm in Regelfragen gegen die Entscheidung des Schiedsrichters Berufung
eingelegt werden. In allen solchen Fällen ist die Entscheidung des
Oberschiedsrichters endgültig. In Wettspielen, für die Hilfsrichter
(Linienrichter, Netzrichter, Fußfehlerrichter) zur Unterstützung des
Schiedsrichters eingesetzt sind, sind deren Entscheidungen in Tatfragen
endgültig. Der Schiedsrichter ist aber berechtigt, die Entscheidung eines
Hilfsrichters abzuändern oder eine Wiederholung anzuordnen, wenn nach
seiner Einschätzung eine eindeutige Fehlentscheidung getroffen worden war.

Wenn ein Hilfsrichter nicht in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen,
hat er dies dem Schiedsrichter unverzüglich anzuzeigen, der dann selbst zu
entscheiden hat. Falls der Schiedsrichter nicht in der Lage ist, in einer
Tatfrage eine Entscheidung zu treffen, muß er eine Wiederholung anordnen.

Im Davis-Cup und in anderen Mannschaftswettbewerben, bei denen sich ein
Oberschiedsrichter auf dem Platz befindet, kann jede Entscheidung vom
Oberschiedsrichter abgeändert werden. Er kann auch den Schiedsrichter
anweisen, den Punkt wiederholen zu lassen. Der Oberschiedsrichter kann nach
seinem Ermessen ein Wettspiel jederzeit wegen der Lichtverhältnisse, des
Zustandes des Platzes oder der Witterung unterbrechen. Bei jeder
Unterbrechung bleibt der Spielstand und die Aufstellung auf dem Platz vor
der Unterbrechung gültig, sofern nicht der Oberschiedsrichter und die
Spieler übereinstimmend etwas anderes vereinbaren.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Der Schiedsrichter entscheidet auf Wiederholung des Punktes. Ein
Spieler erlangt aber, daß der Punkt nicht wiederholt wird. Darf eine
Entscheidung des Oberschiedsrichters gefordert werden?
Entscheidung: Ja, weil es sich um eine Regelfrage handelt. Eine Regelfrage
betrifft die Anwendung der Regeln auf einen bestimmten Sachverhalt. Sie ist
zuerst vom Schiedsrichter zu entscheiden. Wenn dieser jedoch unsicher ist
oder wenn ein Spieler gegen seine Entscheidung Berufung einlegt, ist eine
Entscheidung des Oberschiedsrichters einzuholen. Dessen Entscheidung ist
endgültig.

Fall 2: Bei einem Ball ist auf "Aus" entschieden worden. Ein Spieler
behauptet aber, daß der Ball gut war. Darf der Oberschiedsrichter
entscheiden?
Entscheidung: Nein, weil es sich um eine Tatfrage handelt. Eine Tatfrage
betrifft das, was sich während eines bestimmten Vorgangs tatsächlich
ereignet hat. Entscheidungen von Schiedsrichter und Hilfsrichtern sind
deshalb endgültig.

Fall 3: Darf der Schiedsrichter die Entscheidung eines Linienrichters nach
Beendigung des Ballwechsels abändern, wenn der Linienrichter nach seiner
Meinung während des Ballwechsels eine eindeutige Fehlentscheidung getroffen
hat?
Entscheidung: Nein. Ein Schiedsrichter darf die Entscheidung eines
Linienrichters nur abändern, wenn er dies unverzüglich nach der
Fehlentscheidung tut.

Fall 4: Der Linienrichter entscheidet bei einem Ball auf "Aus". Der
Schiedsrichter konnte den Ball nicht genau sehen, glaubt aber, daß er gut
war. Darf er die Entscheidung des Linienrichters abändern?
Entscheidung: Nein. Der Schiedsrichter darf eine Entscheidung nur dann
abändern, wenn er eindeutig feststellt, daß sie unzweifelhaft falsch war.
Er darf die Entscheidung eines Linienrichters, daß der Ball gut war, nur
abändern, wenn er zwischen dem Ball und der Linie einen Zwischenraum sehen
konnte; er darf die Entscheidung eines Linienrichters "Aus" oder
"Aufschlagfehler" nur abändern, wenn er erkennen konnte, daß der Ball die
Linie getroffen hat oder innerhalb der Linie aufgesprungen ist.

Fall 5: Darf ein Linienrichter seine Entscheidung ändern, nachdem der
Schiedsrichter den Spielstand bekanntgegeben hat?
Entscheidung: Ja. Wenn ein Linienrichter feststellt, daß er sich geirrt
hat, darf er sich berichtigen, vorausgesetzt, er tut dies unverzüglich.

Fall 6: Der Linienrichter hat bei einem Rückschlag auf "Aus" entschieden.
Der Spieler behauptet, daß sein Schlag gut war. Darf der Schiedsrichter die
Entscheidung des Linienrichters abändern?
Entscheidung: Nein. Der Schiedsrichter darf nie eine Entscheidung auf
Widerspruch oder Ersuchen eines Spielers abändern.

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Regel 30: Unterbrochenes Spiel - Zulässige Unterbrechungen

Das Spielen darf vom ersten Aufschlag bis zur Beendigung des Wettspiels
nicht ohne Grund unterbrochen werden. Dabei ist zu beachten:

a) Wenn der erste Aufschlag ein Aufschlagfehler ist, muß der zweite
Aufschlag ohne Verzögerung ausgeführt werden. Der Rückschläger muß sich
einem angemessenen Tempo des Aufschlägers anpassen und zum Rückschlag
bereit sein, wenn der Aufschläger bereit ist aufzuschlagen. Werden die
Seiten gewechselt, muß der Aufschlag zum ersten Punkt des nächsten Spiels
spätestens 1 Minute 30 Sekunden nach dem Zeitpunkt erfolgt sein, zu dem
der Ball am Ende des vorangegangenen Spiels nicht mehr im Spiel war. Der
Schiedsrichter hat nach seinem Ermessen Störungen zu berücksichtigen, die
es unmöglich machen, das Spiel fortzusetzen. Die Veranstalter von
internationalen Circuits und von der ITF anerkannten
Mannschaftswettbewerben können die Zeit festlegen, die zwischen zwei
Punkten vergehen darf. Sie darf vom Augenblick, zu dem der Ball am Ende
eines Punktes nicht mehr im Spiel ist, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der
Ball für den nächsten Punkt aufgeschlagen wird, 20 Sekunden nicht
überschreiten.

b) Das Spiel darf niemals unterbrochen, verzögert oder gestört werden, um
einen Spieler sich ausruhen oder Atem schöpfen oder sich erholen zu lassen.
Bei einer Verletzung durch Unfall kann jedoch der Schiedsrichter eine
einmalige Unterbrechung von 3 Minuten wegen dieser Verletzung gewähren.

c) Wenn die Kleidung, das Schuhwerk oder die Ausrüstung (mit Ausnahme des
Schlägers) eines Spielers durch Umstände, auf die er keinen Einfluß hat,
derartig in Unordnung geraten, daß es für ihn unmöglich oder unzumutbar
ist, weiterzuspielen, kann der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, damit
der mangelhafte Zustand behoben wird.

d) Der Schiedsrichter kann das Spiel jederzeit unterbrechen oder verzögern,
wenn dies nach seinem Ermessen erforderlich und zweckmäßig ist.

e) Nach Beendigung des dritten Satzes - oder wenn Spielerinnen beteiligt
sind, des zweiten Satzes - kann jeder Spieler eine Pause von längstens 10
Minuten beanspruchen. In Ländern, die zwischen 15o nördlicher Breite und
15o südlicher Breite liegen, darf diese Pause bis zu 45 Minuten dauern. Der
Schiedsrichter ist berechtigt, die Dauer der Pause nach eigenem Ermessen
festzulegen, wenn Umstände es erfordern, auf die die Spieler keinen Einfluß
haben. Wird ein unterbrochenes Wettspiel an einem anderen Tag fortgesetzt,
kann die Pause erst nach drei aufeinanderfolgenden an diesem Tag ohne
Unterbrechung gespielten Sätzen genommen werden - oder nach zwei Sätzen,
wenn Spielerinnen beteiligt sind. Die Beendigung eines unterbrochenen
Satzes zählt als ganzer Satz. Wird ein Spiel unterbrochen und an demselben
Tag erst nach Ablauf von 10 Minuten fortgesetzt, kann die Pause erst nach
drei aufeinanderfolgenden, ohne Unterbrechung gespielten Sätzen verlangt
werden - oder nach zwei Sätzen, wenn Spielerinnen beteiligt sind. Die
Beendigung eines unterbrochenen Satzes zählt als ganzer Satz. Jeder
nationale Verband und/oder jeder Veranstalter eines Turniers, eines
Wettbewerbs oder Wettspiels ist berechtigt, diese Vorschrift in seinen
Wettspielbestimmungen zu ändern oder aufzuheben. Dies muß aber vor Beginn
der Veranstaltung bekanntgegeben werden. Für den Davis-Cup und Fed-Cup kann
nur die ITF diese Vorschrift in ihren Wettspielbestimmungen ändern oder
aufheben.

f) Jeder Turnierausschuß ist berechtigt, festzulegen, wie lange sich die
Spieler vor Beginn des Wettspiels einschlagen dürfen. Die Einschlagzeit
darf aber fünf Minuten nicht überschreiten. Sie muß vor Beginn der
Veranstaltung bekanntgegeben werden.

g) Wenn anerkannte Strafpunktsysteme zur Anwendung kommen, hat der
Schiedsrichter seine Entscheidungen nach diesen Vorschriften zu treffen.

h) Bei Verstößen gegen den Grundsatz, daß das Spielen nicht unterbrochen
werden darf, kann der Schiedsrichter den Schuldigen nach eindeutiger
Verwarnung disqualifizieren.

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Regel 31: Beratung

In einem Mannschaftswettkampf darf ein Spieler während eines Wettspiels von
einem Mannschaftsführer beraten werden, der auf dem Platz sitzt. Die
Beratung ist nur während der Pause beim Seitenwechsel nach Beendigung eines
Spiels, aber nicht beim Seitenwechsel in einem Tie-break-Spiel zulässig. In
allen anderen Wettspielen darf ein Spieler nicht beraten werden. Die
Vorschriften dieser Regel sind genau einzuhalten. Ein dagegen verstoßender
Spieler kann nach eindeutiger Verwarnung disqualifiziert werden. Wenn ein
anerkanntes Strafpunktsystem zur Anwendung kommt, hat der Schiedsrichter
die Strafen nach diesem System zu verhängen.

E n t s c h e i d u n g e n

Fall 1: Soll der Spieler verwarnt oder disqualifiziert werden, wenn die
Beratung in unauffälliger Weise durch Zeichen erfolgt?
Entscheidung: Der Schiedsrichter muß eingreifen, sobald er feststellt, daß
eine Beratung mündlich oder durch Zeichen erfolgt. Wenn der Schiedsrichter
nicht bemerkt, daß Ratschläge erteilt werden, darf ihn ein Spieler darauf
aufmerksam machen.

Fall 2: Darf ein Spieler während einer nach Regel 30 e) zulässigen Pause
sich beraten lassen oder während einer Spielunterbrechung, wenn er den
Platz verlassen hat?
Entscheidung: Ja, Wenn sich der Spieler unter diesen Voraussetzungen nicht
auf dem Platz befindet, gibt es keine Beschränkung für eine Beratung.

A n m e r k u n g:

Der Begriff "Beratung" schließt jede Art von Ratschlägen und Anleitungen
ein.

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Regel 32: Wechsel der Bälle

Es kann angeordnet werden, daß nach einer vorher festgelegten Zahl von
Spielen die Bälle auszuwechseln sind. Wenn der Wechsel der Bälle irrtümlich
unterblieben ist, muß er vor dem nächsten Spiel vorgenommen werden, in dem
der Spieler (beim Doppel das Spielerpaar) wieder Aufschlag hat, der (das)
vorher mit neuen Bällen hätte aufschlagen sollen. Danach sind die Bälle
wieder so zu wechseln, daß zwischen den Wechseln die ursprünglich
festgelegte Zahl von Spielen liegt.

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Regel 33: Anzuwendende Regeln

Die vorstehenden Regeln für das Einzel gelten auch für das Doppel, sofern
nicht in den nachstehenden Regeln etwas anderes bestimmt wird

Zum Anfang

Regel 34: Doppelspielfeld

Die Breite des Spielfeldes für das Doppel beträgt 10,97 m, d. h. 1,37 m
mehr auf jeder Seite als für das Einzel. Die Teile der Seitenlinien für das
Einzel zwischen den beiden Aufschlaglinien werden "Aufschlagseitenlinien"
genannt. Im übrigen gelten für das Doppel die für das Einzel in Regel 1
festgelegten Maße. Die zwischen Grundlinie und Aufschlaglinie liegenden
Teile der Seitenlinien für das Einzel können auf beiden Seiten des
Spielfeldes weggelassen werden.

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Regel 35: Reihenfolge beim Aufschlag

Zu Beginn eines jeden Satzes ist die Reihenfolge beim Aufschlag
folgendermaßen festzulegen:

Das Paar, das im ersten Spiel des Satzes Aufschlag hat, muß entscheiden,
welcher der beiden Spieler in diesem Spiel aufschlägt. Das gegnerische Paar
hat dasselbe für das zweite Spiel zu tun. Der Partner des Spielers, der im
ersten Spiel aufgeschlagen hat, schlägt im dritten Spiel auf. Der Partner
des Spielers, der im zweiten Spiel aufgeschlagen hat, schlägt im vierten
Spiel auf. In allen folgenden Spielen dieses Satzes ist diese Reihenfolge
einzuhalten.

E n t s c h e i d u n g

Fall 1: Ein Spieler erscheint nicht rechtzeitig zu einem Doppel. Sein
Partner möchte allein gegen das gegnerische Paar spielen. Ist das erlaubt?
Entscheidung: Nein.

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Regel 36: Reihenfolge beim Rückschlag

Zu Beginn eines jeden Satzes ist die Reihenfolge, in der der Aufschlag
zurückgeschlagen werden muß, folgendermaßen festzulegen:

Das Paar, das im ersten Spiel den Aufschlag anzunehmen hat, muß
entscheiden, welcher der beiden Spieler den Aufschlag zum ersten Punkt
zurückzuschlagen hat. Dieser Spieler hat auch weiterhin in diesem Satz in
jedem ungeraden Spiel den Aufschlag zum ersten Punkt anzunehmen. Das
gegnerische Paar entscheidet ebenso, welcher der beiden Spieler im zweiten
Spiel den Aufschlag für den ersten Punkt zurückzuschlagen hat. Dieser
Spieler hat auch weiterhin während dieses Satzes in jedem geraden Spiel den
Aufschlag für den ersten Punkt anzunehmen. Die beiden Spieler eines
Doppelpaares haben während eines Spieles abwechselnd den Aufschlag
zurückzuschlagen.

E n t s c h e i d u n g

Fall 1: Ist es in einem Doppel dem Partner des Aufschlägers oder dem
Partner des Rückschlägers erlaubt, so zu stehen. daß er die Sicht des
Rückschlägers beeinträchtigt?
Entscheidung: Ja. Der Partner des Aufschlägers wie auch der des
Rückschlägers dürfen auf ihrer Seite des Netzes innerhalb oder außerhalb
des Spielfeldes stehen, wo immer es ihnen beliebt.

Zum Anfang

Regel 37: Falsche Reihenfolge beim Aufschlag

Wenn ein Spieler eines Doppelpaares aufschlägt, der nicht an der Reihe ist,
muß sofort nach Feststellung des Irrtums sein Partner, der eigentlich
aufzuschlagen hätte, aufschlagen. Alle vor dieser Feststellung erzielten
Punkte sind zu werten. Ein vorausgegangener Aufschlagfehler wird
angerechnet. Wird der Irrtum erst nach Beendigung eines Spieles
festgestellt, so muß die geänderte Reihenfolge beim Aufschlag beibehalten
werden.

Zum Anfang

Regel 38: Falsche Reihenfolge beim Rückschlag

Wird während eines Spieles die Reihenfolge, in der der Aufschlag
zurückgeschlagen werden muß, von den Rückschlägern geändert, so bleibt es
bei dieser veränderten Reihenfolge bis zum Ende des Spiels, in dem der
Irrtum entdeckt wurde. Die beiden Spieler müssen aber im nächsten Spiel, in
dem sie Rückschläger sind, für diesen Satz die ursprüngliche Reihenfolge
wieder aufnehmen.

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Regel 39: Aufschlagfehler bzw. Punktgewinn durch Aufschlag

Der Aufschlag ist ein Aufschlagfehler in den Fällen nach Regel 10 sowie,
wenn der aufgeschlagene Ball den Partner des Aufschlägers berührt oder
irgend etwas, was dieser an sich trägt oder hält. Wenn aber der
aufgeschlagene Ball, bevor er den Boden trifft, den Partner des
Rückschlägers oder irgend etwas, was dieser hält oder an sich trägt,
berührt, gewinnt der Aufschläger den Punkt, sofern der Aufschlag nicht nach
Regel 14 a) zu wiederholen ist.

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Regel 40: Abwechselndes Schlagen des Balles

Der Ball muß abwechselnd von dem einen oder dem anderen Spieler der
gegeneinander antretenden Paare zurückgeschlagen werden. Wenn ein Spieler
im Widerspruch zu dieser Regel den im Spiel befindlichen Ball mit seinem
Schläger berührt, gewinnen die Gegner den Punkt.

Anmerkung 1: Sofern in den Regeln nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt
ist, gelten diese Regeln sowohl für Spieler als auch für Spielerinnen.

Anmerkung 2: Siehe auch Regel 26 b) im Hinblick auf die Fakultative
Alternative Zählweise im Doppel und Mixed.

Zum Anfang